Mit nur 9 Kilo leichtem Rucksack sind wir im unerwartet kalten Hanoi angekommen. Wir hatten uns zwar über das Wetter informiert, es hatte aber einen Umschwung gegeben und war, wie auch die gesamte nächste Woche, viel zu kalt für die Jahreszeit.
Endlich im Guesthouse angekommen zogen wir uns alle mitgebrachten warmen Pullis über und sind diese dann auch bis wir eine Woche später in Hoi An waren, nicht mehr los geworden. In Hanoi besuchten wir das Ho Chi Minh Mausoleum, in dem man seinen Leichnam aufgebahrt begutachten kann (ein bisschen makaber, da er sich gewünscht hatte verbrannt zu werden), ein traditionelles Wasserpuppentheater (die Bühne besteht tatsächlich aus einem See mit Deko), sahen den „Literatur- Tempel“ (die älteste Uni Vietnams) und erkundeten die vielen Märkte und kleinen Gassen des Stadtzentrums. Das hat sich aber dank des Verkehrs als nicht immer ungefährlich erwiesen. Das Hauptverkehrsmittel in Vietnam stellt eindeutig der Roller dar. Und der ist auch meistens gut besetzt mit mindestens zwei Menschen, zwei Menschen und einem Mandarinenbaum oder mit halben toten Schweinen oder anderen Landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Es finden auch ganze Familien platz auch einem Roller, einmal sahen wir sogar 6 Menschen auf nur einem Roller. Davon waren aber nur zwei erwachsen und der Rest Kleinkinder.
Auf besagten Märkten konnten wir dann auch viel traditionelles Essen begutachten. Vietnamesen sind dafür berüchtigt alles zu essen... und wir fanden auch einiges. Bereits befruchtete Enteneier, in denen schon ein kleines Küken herangewachsen ist zählen zur Gehirnnahrung (wie bei und Studentenfutter), Schlangen in Reiswein eingelegt sind für die stärke des Mannes gut (wie so ziemlich alles was wahrscheinlich nicht schmeckt) und kleine (nicht wie in Korea große) Hunde werden wie Brathühnchen am Straßenrand ausgestellt. Es gibt aber auch durchaus sehr leckere und ungefährliche Gerichte, sowie jede Menge frisches Obst.
Nach vollkommen ausreichenden zwei Tagen in Hanoi haben wir eine dreitägige Tour in die 3 Autostunden entfernte Ha Long Bay gemacht. Diese tausende aus dem Wasser ragenden kleinen Inselchen sind wirklich atemberaubend. Wir hatten eine Tour auf einem Boot gebucht, mit dem wir dann zwischen den Insel hindurch zu einer riesigen Grotte fuhren. Nachdem wir diese besichtigt hatten und eine kleine Kajaktour auf eigene Faust um die Inseln gemacht hatten, übernachteten wir auf dem Boot, das uns am nächsten Tag nach Cat Ba, der größten Insel brachte. Dort hatten wir einen Guide des uns durch den Nationalpark führte. Am nächsten Tag ging es auch schon wieder zurück nach Hanoi.
Von Hanoi aus machten wir am kommenden Tag eine Tagestour nach Nin Binh, wo wir auf kleinen Ruderbooten durch drei Große Höhlen gepaddelt wurden. Die Gegend wird wegen ihrer vielen abrupt aufsteigenden Bergen auch „trockene Ha Long Bay“ genannt und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Zurück in Hanoi, beeilten wir uns um den Nachtzug nach Hue zu bekommen. Es hätte auch alles Reibungslos geklappt, wären wir nicht beim Einsteigen an einen schlechten Schaffner geraten. Nachdem er uns in das Abteil („hard sleeper“ also sechs Pritschen in einer Kabine eng übereinander gestapelt) gebracht hatte wollte er noch mal fünf Dollar „für das Gepäck“ haben. Als er merkte dass wir nicht unbedingt gewillt waren den Preis zu bezahlen ging er auf zwei Dollar runter. Die haben wir ihm dann auch in vietnamesischen Dong bezahlt (und unter Schutzgeld verbucht), um niemanden zu verärgern.
In Hue verbrachten wir nur zwei Tage, in denen wir die Zitadellen der alten Hauptstadt erkundeten und das Flair der Kleinstadt genossen.
Danach ging es mit dem Bus weiter nach Hoi An. Einer alten Handelsstadt die nun zum Weltkulturerbe zählt. Auch heute noch findet man dort viele Stoffgeschäffte und Schneider, so dass diese Stadt gerade unter Touristen berühmt geworden ist für ihre Maßanfertigungen. Und so sind wir natürlich auch nicht umhin gekommen uns etwas anfertigen zu lassen.
Auch geschichtlich hat die Stadt einiges zu bieten und so hatten wir keine Probleme damit fast vier Tage dort zu verbringen. Am zweiten Tag haben wir einen Ausflug nach My Son gemacht, einer riesigen hinduistischen Tempelstadt aus dem 2 Jahrhundert... sehr beeindruckend, auch wenn einiges im Krieg zuerstört wurde.
Abends lernten wir einen Touristen-guide kennen der uns am nächsten Tag mit dem Moped in sein Dorf fuhr und dort rumführte. Wir lernten dort, dass er während des Krieges für den Süden gekämpft hatte, während sein Onkel sich dem Kommunistischen Norden angeschlossen hatte, sowie noch vieles mehr über die Geschichte des Landes. Außerdem zeige er uns seine Reiswein Vergärung und Destillations-Anlage, Tabakanbau und die Landwirtschaftliche Produktion seines ganzen Dorfes. Auch wenn man sehen konnte, dass die Menschen dort nicht viel Geld hatten, wurden wir doch von allen sehr nett empfangen.
Die nächste und letzte Station unserer Vietnamreise war Ho Chi Minh City (oder Saigon).
Da wir am letzten Tag des Mondjahres dort ankamen war die Stadt bereits wie leergefegt. Unser vietnamesische Freund Nam holte uns vom Flughafen ab und verbrachte den gesamten Tag mit uns. Zur Feier ins neue Jahr hatte er uns zu sich nach hause eingeladen, so dass wir mit seiner Familie und Freunden feierten. Um Mitternacht sind wir noch in einen der vollkommenen überfüllten und verrauchten Tempel gegangen um uns Glück für das neue Jahr zu wünschen... wirklich sehr beeindruckend. Die nächsten zwei Tage besichtigten wir noch die Stadt, wobei wir in Chinatown auf einige der traditionellen Löwentanz / Kampfsportgruppen trafen die ihre Künste an verschiedenen öffentlichen Plätzen zur Schau stellten.
Unsere Reise durch Südostasien
Tabea, Ilka und ich sind am 26.01. aufgebrochen und haben zwei Wochen lang Vietnam von Norden nach Süden durchreist. Danach sind wir weiter nach Kuala Lumpur geflogen, wo wir dann Stephie trafen, mit der wir weitere drei Wochen Malaysia und Singapur besichtigt haben.
Alles in allem hat mir die Reise sehr gut gefallen und ich habe viele wunderschöne Eindrücke aus den Ländern mitgenommen.
Im Eintrag oben findet ihr eine kurze Zusammenfassung der Reiseroute und der wichtigsten Eindrücke... viel Spaß
(Für Fotos schaut euch bitte erstmal die Picasa Alben von Ilka und Tabea an, bei mir dauerts noch ein bisschen)
Alles in allem hat mir die Reise sehr gut gefallen und ich habe viele wunderschöne Eindrücke aus den Ländern mitgenommen.
Im Eintrag oben findet ihr eine kurze Zusammenfassung der Reiseroute und der wichtigsten Eindrücke... viel Spaß
(Für Fotos schaut euch bitte erstmal die Picasa Alben von Ilka und Tabea an, bei mir dauerts noch ein bisschen)
für Nils :)
Ein lieber Freund hat mich gebeten diesen Blog weiter zu schreiben, da er ihn bisher wohl doch noch regelmäßig gelesen hat.
Ganz ehrlich... ich habe nicht geglaubt, dass sich tatsächlich noch irgendwer aufrafft meine Berichte zu lesen und habe daher alles immer mehr "für mich" geschrieben.
Dieser Eintrag ist also für alle die sich noch dazu durchringen können das hier zu lesen :)
Deutschland:
Was soll ich über Deutschland schreiben?
Die Meisten wissen ja was ich so gemacht habe... möglichst viel Zeit mit meiner Familie und alle lieben Freunden verbracht und wunderbares Essen genossen. Es war wirklich schön und ich habe die zwei Wochen sehr genossen!!
Aber auch wenn es mir erst schwer gefallen ist wieder nach Korea zurück zu fahren, bereue ich es nicht das Jahr hier zu studieren und all die tollen Erfahrungen zu machen.
Korea:
Seit meiner Rückkehr ist nicht wirklich viel geschehen und daher will ich etwas über das Norebang erzählen, in dem wir vor Weihnachten mit ein paar Freunden waren.
Wir hatten uns mit Shaun und Jae Jon in der Stadt getroffen mit dem Plan erst etwas trinken zu gehen, um dann in ein Norebang (Erklärung folgt) zu gehen. Jae Jon, den wir das erste mal trafen, sagte sein "Haus " wäre ganz in der Nähe und wir könnten doch zu ihm gehen, um uns warm zu trinken. Das Haus hat sich dann als Perücken-Geschäft der Schwester und Mutter herausgestellt. Und obwohl sich der Laden über zwei Etagen erstreckt hat, hatten wir doch Schwierigkeiten einen Perücken freien Tisch um den alle sechs rumgepasst haben zu finden. Nachdem die ersten Flaschen Bier und Soju geleert worden waren, wurden die Perücken natürlich auch anprobiert...
Später sind wir dann noch ins Norebang gegangen.... das ist ein "Geschäft" das in viele kleinere oder größere schallisolierte Räume unterteilt ist, in denen dann jeweils eine Couch, zwei Flachbildschirme und... eine Art Singstar stehen. Diese Zimmer kann man sich stundenweise mieten und dort lauthals alle angestauten Aggressionen heraus singen. Da Koreaner als "Italiener Asiens" gelten, also viel und gut singen, sind diese Räume auch gut besucht und man kann immer davon ausgehen, dass es ein lustiger Abend wird, wenn man ein Norebang besucht.
Das wars auch schon... da ich ab morgen erstmal weg bin, wird es in den nächsten fünf Wochen keinen neuen Eintrag geben...
dafür hab ich danach umso mehr zu berichten.
Hoffentlich sehen wir uns alle bald wieder und ich wünsche euch alles Gute und viel Erfolg bis dahin...
Ganz ehrlich... ich habe nicht geglaubt, dass sich tatsächlich noch irgendwer aufrafft meine Berichte zu lesen und habe daher alles immer mehr "für mich" geschrieben.
Dieser Eintrag ist also für alle die sich noch dazu durchringen können das hier zu lesen :)
Deutschland:
Was soll ich über Deutschland schreiben?
Die Meisten wissen ja was ich so gemacht habe... möglichst viel Zeit mit meiner Familie und alle lieben Freunden verbracht und wunderbares Essen genossen. Es war wirklich schön und ich habe die zwei Wochen sehr genossen!!
Aber auch wenn es mir erst schwer gefallen ist wieder nach Korea zurück zu fahren, bereue ich es nicht das Jahr hier zu studieren und all die tollen Erfahrungen zu machen.
Korea:
Seit meiner Rückkehr ist nicht wirklich viel geschehen und daher will ich etwas über das Norebang erzählen, in dem wir vor Weihnachten mit ein paar Freunden waren.
Wir hatten uns mit Shaun und Jae Jon in der Stadt getroffen mit dem Plan erst etwas trinken zu gehen, um dann in ein Norebang (Erklärung folgt) zu gehen. Jae Jon, den wir das erste mal trafen, sagte sein "Haus " wäre ganz in der Nähe und wir könnten doch zu ihm gehen, um uns warm zu trinken. Das Haus hat sich dann als Perücken-Geschäft der Schwester und Mutter herausgestellt. Und obwohl sich der Laden über zwei Etagen erstreckt hat, hatten wir doch Schwierigkeiten einen Perücken freien Tisch um den alle sechs rumgepasst haben zu finden. Nachdem die ersten Flaschen Bier und Soju geleert worden waren, wurden die Perücken natürlich auch anprobiert...
Später sind wir dann noch ins Norebang gegangen.... das ist ein "Geschäft" das in viele kleinere oder größere schallisolierte Räume unterteilt ist, in denen dann jeweils eine Couch, zwei Flachbildschirme und... eine Art Singstar stehen. Diese Zimmer kann man sich stundenweise mieten und dort lauthals alle angestauten Aggressionen heraus singen. Da Koreaner als "Italiener Asiens" gelten, also viel und gut singen, sind diese Räume auch gut besucht und man kann immer davon ausgehen, dass es ein lustiger Abend wird, wenn man ein Norebang besucht.
Das wars auch schon... da ich ab morgen erstmal weg bin, wird es in den nächsten fünf Wochen keinen neuen Eintrag geben...
dafür hab ich danach umso mehr zu berichten.
Hoffentlich sehen wir uns alle bald wieder und ich wünsche euch alles Gute und viel Erfolg bis dahin...
Fertig!!!
Nachdem ich vor knapp drei Wochen wieder aus Deutschland zurück gekommen bin, habe ich nun endlich meine letzten Klausuren und das Praktikum bei Binex hinter mich gebracht und kann mich so nun wieder auf elementare Dinge, wie diesen Blog oder meine Reisevorbereitungen konzentrieren. Denn jaa.... für alle die es noch nicht wissen.. ich werde morgen auf eine 5 wöchige Backpacking-Tour durch Vietnam, Malaysia und Singapur aufbrechen! Mehr dazu dann später.. hier erstmal ein kleiner Nachrag...
mal was Anderes
Da in letzter Zeit leider wenig berichtenswertes passiert ist und dank der bald anstehenden Klausuren so schnell auch nicht viel passieren wird, will ich etwas über meinen Alltag und ein paar Kuriositäten schreiben.
Heute war mal wieder ein ganz normaler „Arbeitstag“ für mich. Das heißt, dass ich um kurz vor neun in die mit der U-Bahn 30 min. entfernte Firma, bei der ich derzeit noch meine Studienarbeit mache, gefahren bin. Angekommen wollte ich planmäßig meine am Montag begonnene arbeit fortsetzen (ich bin nur an drei Tagen pro Woche, also Montags, Donnerstags und Freitags bei Binex), da kam auch schon Dr. Ahn, mein direkter Vorgesetzter zu mir und fragte mich was ich denn eigentlich da gemacht habe (für einen Mist). Vielleicht muss ich vorher sagen, dass ich mich sehr gut mit ihm verstehe und auch trotz des in Korea sehr wichtigen Unterschiedes zwischen Vorgesetzten und allem darunter gut mit ihm reden kann. Bisher hat er auch immer meine Versuche geplant, worüber ich aber nicht wirklich immer glücklich war (wenn Koreaner ein Problem sehen stürzen sie sofort ohne scheinbar lange nachzudenken darauf los und werkeln so lange rum bis irgendwas raus kommt). Jedenfalls durfte ich ihm dann den Sinn des Versuches, also das was er mir letzten Montag noch „vorgeschlagen“ hatte, erklären. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig negativ, so ist es aber gar nicht gemeint. Auch wenn die Arbeit bei Binex für mich teilweise recht chaotisch war, denke ich doch dass ich einiges gelernt habe und die Mitarbeiter waren auch immer ausgesprochen freundlich zu mir.
Nach dem Mittagessen, das wir uns, wie auch einige Studenten in der Uni, haben liefern lassen (gegessen wird gemeinsam an dem einzigen nicht zum Labor gehörigen freien Tisch- wir sind insgesamt 8 Mann in dem Institut), bin ich zur nahe gelegenen Pukyong Universität gefahren. Wir haben in unserem Labor leider keinen Sonicator, daher packe ich meine Proben immer schön in Eis ein und fahre dann mit dem Taxi (wo ich leider auch schon mal eine Probe verloren habe, da der Taxifahrer zu ruckartig angefahren ist) oder laufe zu Fuß mit dem Eiskübel in der Hand zur Uni und behandle dort alles mit Ultraschall. Auf dem Rückweg bin ich an einem Stand vorbei gekommen, an dem eine der Parteien sich für die bald anstehenden Wahlen präsentiert hat. Das läuft hier folgendermaßen (durfte ich in gleicher Form auch schon bei den Uni-internen Wahlen beobachten): es wird viel moderne Musik gespielt, eine Gruppe Menschen tanzt dazu (hier waren es Frauen im besten Alter) und irgendwo steht ein besser angezogener Mensch mit einer Schärpe, der auch ab und zu tanzt. Das ist dann der Kandidat, oder der Chef der Truppe... und irgendwo ist auch noch ein Plakat auf dem man den Namen des zu wählenden und der Partei sehen kann. Wer Infos will muss wo anders hin...
100m weiter weg hab ich gesehen, wie eine Straße neu zementiert wurde. Das heißt über eine bestehende alte wurde eine weitere neue Schicht gelegt.
Aber auch erstmal nur auf einer Seite, so dass man in der Mitte der Straße die wachsenden Schichten begutachten konnte. Abgesperrt war es auch nicht, das heißt ich bin mitten hindurch, wie auch einige Autos. Das ist auch der Grund dafür, dass viele Straßen hier Fußabdrücke, Reifenspuren oder ähnliches aufweisen. Die Marktfrauen am Straßenrand 10m weiter haben sich von dem Gestank auch nicht beeindrucken lassen.
Und kurz bevor ich ankam bin ich noch an einem der Läden, in denen man seinen kleinen (etwas anderes gibt es hier kaum) Hund abgeben und frisieren lassen konnte vorbei gekommen. Die sahen auch wirklich alle sehr niedlich in ihren Klamotten aus... auch wenn ich bezweifle, dass sie sich wirklich wohl gefühlt haben.
Schließlich konnte ich mehr oder weniger effektiv weiter arbeiten und bin schon gegen 6 fertig gewesen. Das ist nämlich so ein anderer Punkt, weshalb ich niemals in Korea arbeiten wollen würde, so gut es mir hier auch gefällt.
Es ist normal bis 7 oder 8 in der Arbeit zu bleiben. Zuerst geht der Chef, nach dem gemeinsamen Abendessen, und später dürfen dann alle anderen gehen. Ich weiß nicht ob es in den Arbeitsverträgen drin steht, oder ob es einfach nur zum guten Ton gehört, jedenfalls bleiben auch am Freitag alle konsequent bis 7 im Büro. Auch wenn offenkundig nichts mehr zu tun ist und alle nur noch vor den Computern sitzen.
So, ich glaube der Eintrag war lang genug... beim nächsten Mal gibt es was zu den koreanischen Männer (uiuiui), etwas dazu wie jede Bekanntschaft beginnt und zu der Flaggenhäufigkeit (sehr interessant, gerade für Deutsche =)
Heute war mal wieder ein ganz normaler „Arbeitstag“ für mich. Das heißt, dass ich um kurz vor neun in die mit der U-Bahn 30 min. entfernte Firma, bei der ich derzeit noch meine Studienarbeit mache, gefahren bin. Angekommen wollte ich planmäßig meine am Montag begonnene arbeit fortsetzen (ich bin nur an drei Tagen pro Woche, also Montags, Donnerstags und Freitags bei Binex), da kam auch schon Dr. Ahn, mein direkter Vorgesetzter zu mir und fragte mich was ich denn eigentlich da gemacht habe (für einen Mist). Vielleicht muss ich vorher sagen, dass ich mich sehr gut mit ihm verstehe und auch trotz des in Korea sehr wichtigen Unterschiedes zwischen Vorgesetzten und allem darunter gut mit ihm reden kann. Bisher hat er auch immer meine Versuche geplant, worüber ich aber nicht wirklich immer glücklich war (wenn Koreaner ein Problem sehen stürzen sie sofort ohne scheinbar lange nachzudenken darauf los und werkeln so lange rum bis irgendwas raus kommt). Jedenfalls durfte ich ihm dann den Sinn des Versuches, also das was er mir letzten Montag noch „vorgeschlagen“ hatte, erklären. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig negativ, so ist es aber gar nicht gemeint. Auch wenn die Arbeit bei Binex für mich teilweise recht chaotisch war, denke ich doch dass ich einiges gelernt habe und die Mitarbeiter waren auch immer ausgesprochen freundlich zu mir.
Nach dem Mittagessen, das wir uns, wie auch einige Studenten in der Uni, haben liefern lassen (gegessen wird gemeinsam an dem einzigen nicht zum Labor gehörigen freien Tisch- wir sind insgesamt 8 Mann in dem Institut), bin ich zur nahe gelegenen Pukyong Universität gefahren. Wir haben in unserem Labor leider keinen Sonicator, daher packe ich meine Proben immer schön in Eis ein und fahre dann mit dem Taxi (wo ich leider auch schon mal eine Probe verloren habe, da der Taxifahrer zu ruckartig angefahren ist) oder laufe zu Fuß mit dem Eiskübel in der Hand zur Uni und behandle dort alles mit Ultraschall. Auf dem Rückweg bin ich an einem Stand vorbei gekommen, an dem eine der Parteien sich für die bald anstehenden Wahlen präsentiert hat. Das läuft hier folgendermaßen (durfte ich in gleicher Form auch schon bei den Uni-internen Wahlen beobachten): es wird viel moderne Musik gespielt, eine Gruppe Menschen tanzt dazu (hier waren es Frauen im besten Alter) und irgendwo steht ein besser angezogener Mensch mit einer Schärpe, der auch ab und zu tanzt. Das ist dann der Kandidat, oder der Chef der Truppe... und irgendwo ist auch noch ein Plakat auf dem man den Namen des zu wählenden und der Partei sehen kann. Wer Infos will muss wo anders hin...
100m weiter weg hab ich gesehen, wie eine Straße neu zementiert wurde. Das heißt über eine bestehende alte wurde eine weitere neue Schicht gelegt.
Aber auch erstmal nur auf einer Seite, so dass man in der Mitte der Straße die wachsenden Schichten begutachten konnte. Abgesperrt war es auch nicht, das heißt ich bin mitten hindurch, wie auch einige Autos. Das ist auch der Grund dafür, dass viele Straßen hier Fußabdrücke, Reifenspuren oder ähnliches aufweisen. Die Marktfrauen am Straßenrand 10m weiter haben sich von dem Gestank auch nicht beeindrucken lassen.
Und kurz bevor ich ankam bin ich noch an einem der Läden, in denen man seinen kleinen (etwas anderes gibt es hier kaum) Hund abgeben und frisieren lassen konnte vorbei gekommen. Die sahen auch wirklich alle sehr niedlich in ihren Klamotten aus... auch wenn ich bezweifle, dass sie sich wirklich wohl gefühlt haben.
Schließlich konnte ich mehr oder weniger effektiv weiter arbeiten und bin schon gegen 6 fertig gewesen. Das ist nämlich so ein anderer Punkt, weshalb ich niemals in Korea arbeiten wollen würde, so gut es mir hier auch gefällt.
Es ist normal bis 7 oder 8 in der Arbeit zu bleiben. Zuerst geht der Chef, nach dem gemeinsamen Abendessen, und später dürfen dann alle anderen gehen. Ich weiß nicht ob es in den Arbeitsverträgen drin steht, oder ob es einfach nur zum guten Ton gehört, jedenfalls bleiben auch am Freitag alle konsequent bis 7 im Büro. Auch wenn offenkundig nichts mehr zu tun ist und alle nur noch vor den Computern sitzen.
So, ich glaube der Eintrag war lang genug... beim nächsten Mal gibt es was zu den koreanischen Männer (uiuiui), etwas dazu wie jede Bekanntschaft beginnt und zu der Flaggenhäufigkeit (sehr interessant, gerade für Deutsche =)
Wochenendausflug
Shaun, der Freund eines Freundes des auch hier studierenden Finnen Antti, hatte uns vor einer Woche unerwartet angekündigt mit uns einen Ausflug machen zu wollen, obwohl wir ihn noch nie gesehen hatten. Er hatte wohl schon die alten deutschen kennen gelernt und sich gut mit ihnen verstanden und wollte uns nun ein wenig Korea zeigen. Wir haben uns also am Montag mit ihm in einer Bar in der Nähe unserer Uni getroffen und alles besprochen. Da es eine traditionelle Bar war gab es zu dem Bambusschnaps auch etwas zu essen... unter anderem Seidenraupen... die Fotos die an diesem Abend entstanden sind könnt ihr auf Tabeas Seite sehen.
Am Samstag ging es dann los... Stephie, Ilka, Tabea und ich sind in Shauns Auto (bzw. in dem seines Onkels) gefahren und Sebastian, Antti und Kathrin waren in Dea-Soks (der Freund von Antti- etwas kompliziert, ich weiß) Auto zusammen mit seiner Freundin Ju-Ni.
Direkt nach dem wir in Shauns Auto eingestiegen waren kam von ihm die Anmerkung "hey guys, take care" er sei wohl kein gute Autofahrer (aaah... und worauf soll ich jetzt genau aufpassen??)... aber außer ein paar mal absaufen ("oh shit") und dem überqueren von roten Ampeln ("take care"), was hier normal ist und eher den Verkehrsfluss behindern würde täte man es nicht, haben wir die 3 Stunden Autofahrt ohne Probleme überstanden.
In Geoje Island angekommen haben wir ein "Museum" auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers für Nordkoreanische Soldaten besichtigt, durch das die Insel später berühmt geworden ist. In diesen Lagern gab es später heftige Kämpfe zwischen den Inhaftierten, da einige sich zur Demokratie bekannten und andere dem Kommunismus treu blieben. Wirklich viele Informationen konnte ich dem ganzen leider nicht entnehmen, das das Museum eher etwas von einem Abenteuerspielplatz hatte, mit einem Rundgang bei dem man durch vielen kleinen Häuschen in Form von Helmen oder Bunkern geleitet wurde und in denen dann je eine Szene nachgestellt war die in 2 bis 3 Tafeln mit kaum Informationen beschrieben wurde. Als Highlite konnte man das Nachgebaute Lager betreten und sich auf dem Donnerbalken oder hinter einem Stacheldrahtzaun fotografieren lassen.
Danach ging es dann weiter zum Einkaufen und schließlich zu unserer Pension, wo wir schnell unsere Sachen auspackten und mit knurrenden Mägen raus zum Grillen gestürmt sind.
Trotz des feucht fröhlichen Abends sind wir am Morgen doch recht früh raus gekommen und haben eine Bootstour zu einer kleinen vorgelegten Insel Oedo gemacht. Diese ist eigentlich im Privatbesitz wurde aber von dem Ehepaar seit 1960
zu einem schönen "tropischen" Botanischem Garten ausgebaut und konnte gegen Bezahlung besichtigt werden. Und es hat sich wirklich gelohnt!
Nach zwei Stunden ging es dann zurück nach Busan, wobei wir dank des wohl gewöhnlichen Superstaus 5 Stunden gebraucht haben.
Am Samstag ging es dann los... Stephie, Ilka, Tabea und ich sind in Shauns Auto (bzw. in dem seines Onkels) gefahren und Sebastian, Antti und Kathrin waren in Dea-Soks (der Freund von Antti- etwas kompliziert, ich weiß) Auto zusammen mit seiner Freundin Ju-Ni.
Direkt nach dem wir in Shauns Auto eingestiegen waren kam von ihm die Anmerkung "hey guys, take care" er sei wohl kein gute Autofahrer (aaah... und worauf soll ich jetzt genau aufpassen??)... aber außer ein paar mal absaufen ("oh shit") und dem überqueren von roten Ampeln ("take care"), was hier normal ist und eher den Verkehrsfluss behindern würde täte man es nicht, haben wir die 3 Stunden Autofahrt ohne Probleme überstanden.
In Geoje Island angekommen haben wir ein "Museum" auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers für Nordkoreanische Soldaten besichtigt, durch das die Insel später berühmt geworden ist. In diesen Lagern gab es später heftige Kämpfe zwischen den Inhaftierten, da einige sich zur Demokratie bekannten und andere dem Kommunismus treu blieben. Wirklich viele Informationen konnte ich dem ganzen leider nicht entnehmen, das das Museum eher etwas von einem Abenteuerspielplatz hatte, mit einem Rundgang bei dem man durch vielen kleinen Häuschen in Form von Helmen oder Bunkern geleitet wurde und in denen dann je eine Szene nachgestellt war die in 2 bis 3 Tafeln mit kaum Informationen beschrieben wurde. Als Highlite konnte man das Nachgebaute Lager betreten und sich auf dem Donnerbalken oder hinter einem Stacheldrahtzaun fotografieren lassen.
Danach ging es dann weiter zum Einkaufen und schließlich zu unserer Pension, wo wir schnell unsere Sachen auspackten und mit knurrenden Mägen raus zum Grillen gestürmt sind.
Trotz des feucht fröhlichen Abends sind wir am Morgen doch recht früh raus gekommen und haben eine Bootstour zu einer kleinen vorgelegten Insel Oedo gemacht. Diese ist eigentlich im Privatbesitz wurde aber von dem Ehepaar seit 1960
Nach zwei Stunden ging es dann zurück nach Busan, wobei wir dank des wohl gewöhnlichen Superstaus 5 Stunden gebraucht haben.
Hochzeit am 3. November
Die Schwester eines koreanischen Freundes hat heute ihren langjährigen Freund geheiratet und wir wurden zu der Feier eingeladen.
Wir hatten schon eher mitbekommen, dass es für Koreaner selbstverständlich ist spätestens mit mitte dreißig zu heiraten. Wer bis dahin noch keinen Partner gefunden hat, wird spätestens dann professionelle Heiratsvermittler konsultieren. Da es daher viele Hochzeiten gibt, gerade an bestimmten Tagen an denen Ehen, wie von Hellsehern vorherbestimmt, gelingen sollen, war es keine Überraschung dass die Trauung in dem größten Messekomplex Busans stattfand.
Das Gebäude hatte von außen etwas von einem Flughafen und die Räume, die man sich extra für die Trauungen mieten konnte hatten auch wenig mit unserer Vorstellung von Kirche/Standesamt oder ähnlichem zu tun. Dabei waren sie alles in allem. Viele Paare melden sich nicht offiziell als verheiratet an, bis dann das erste Kind kommt. Und die Zeremonie hat auch kein echter Pfarrer, sondern nur ein Angestellter des Hauses, durchgeführt, obwohl das Paar christlich ist.
Die Dekoration hat mir dafür wieder gefallen... sehr kitschig... auf einer riesigen Leinwand lief ununterbrochen eine Diashow mit zuvor aufwendig aufgenommenen Fotos des Paares und über die Brautleute blubberten die ganze Zeit fröhlich Seifenblasen hinweg.
Auf der einen Seite des Raumes, der insgesamt ca 300 Leute beherbergte, saßen die Freunde und Familie des Bräutigams auf der anderen Seite die der Braut. Die Zeremonie war dann nach einer halben Stunde vorüber, woraufhin ein Großteil der Gäste, die keine Fotos mehr machen wollten, aufgesprungen sind und in den Nachbarraum sich am Buffet erfreut haben. Nach dem schnellen Essen sind dann auch alle wieder schnell verschwunden ohne das Paar, das während dessen noch eine traditionelle Hochzeit im Kreise der Familie feierte, noch einmal gesehen zu haben. Das ist aufgrund der knappen Zeit (gerade mal zwei Stunden) die die Räume einem Paar zur Verfügung stehen verständlich, aber dennoch sehr traurig, gerade wenn man anderes gewohnt ist.
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